Berann Heinrich C. (Heinrich Cäsar Karl), Grafiker, Maler und Kartograf. Geb. Innsbruck (Tirol), 31. 3. 1915; gest. Lans (Tirol), 4. 12. 1999; röm.-kath. Enkel von Cäsar Berann, Leiter der Bildhauerschule in Laas, Sohn von Paula Berann, geb. Andres (geb. Laas, Tirol / Laas/Lasa, Italien, 29. 12. 1891; gest. Innsbruck, 1968), und Cäsar Karl Berann (geb. Laas, 19. 10. 1887; gest. Innsbruck, 1947), technischer Zeichner; 1941–74 mit Ludmilla Berann, geb. Herold, 1992–93 mit Mathilde Troger verheiratet. – Berann wurde in eine Familie von Kunstmalern und Zeichnern geboren. Nach Kinderjahren in Laas ging er mit 15 Jahren an die Bundeslehranstalt für Hochbau, Elektrotechnik, Kunstgewerbe und Schlosserei in Innsbruck und besuchte deren Fachschule für Dekorationsmalerei. Mit 17 Jahren gewann er den 1. Preis des Plakatwettbewerbs „Vorarlberg im Sommer und Winter“ mit dem noch heute in Verwendung befindlichen Winterplakat der Kirche von Lech. Durch diesen Erfolg ermutigt, machte sich Berann als freischaffender Maler und Grafiker selbstständig. 1934 erstellte er seine erste Panoramakarte der Großglockner-Hochalpenstraße, wodurch er für seine beeindruckenden Fähigkeiten der Landschaftsdarstellung bekannt wurde. Berann arbeitete für verschiedene Verlage, Zeitschriften und touristische Organisationen, um Illustrationen und Karten für Reiseführer, Broschüren und andere Publikationen anzufertigen. 1942/43 diente er als Kriegsmaler in Nordfinnland und Norwegen, 1944 betrieb er plastische Studien bei →Gustinus Ambrosi in Wien. Spezielle Aufgaben waren im Lauf der Jahre die Panorama-Darstellungen für Austragungsorte der Olympischen Spiele, die zunächst als Bewerbungsunterlagen und später als Übersicht und Orientierungshilfe Verwendung fanden. 1956 entstand das erste Panorama für Cortina d’Ampezzo, 1960 folgten weitere für Squaw Valley und Rom, 1964 und 1976 für Beranns Heimatstadt Innsbruck, 1984 für Sarajevo, 1998 für Hakuba (Nagano) und schließlich eines für die erfolglose Bewerbung Sofias um die Winterspiele 1992. 1963 wurde Berann von der National Geographic Society beauftragt, ein Panorama des Mount Everest und eines des zentralen Himalayas samt den südlichen Vorbergen zu erstellen. Den dafür nötigen Aufenthalt in Nepal nutzte er für eigene Recherchen und Luftaufnahmen. Beide Panoramen erreichten eine Auflage von jeweils über 7 Millionen Exemplaren. 1966 begann die Arbeit an Darstellungen der Bodenformationen der Ozeane. So schuf Berann über einen langen Zeitraum hinweg für die National Geographic Society Panoramakarten aller Ozeanböden, die als Beilagen in deren Magazinen veröffentlicht wurden. In dasselbe Jahr fallen auch die Anfänge der Darstellung des gesamten Alpenbogens mit Blickrichtung nach Süden. 1977 wurde die große Weltkarte der Ozeanbodenstrukturen fertiggestellt, ein Auftragswerk der Columbia University, USA, und der US-Navy, Office of Naval Research. 1986 bearbeitete Berann für „Mairs geographischen Verlag“ in Stuttgart ein Deutschlandpanorama als „offene“ Landschaft, die durch ihr Erscheinen 1989 kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands auf großes Interesse stieß. Für das U.S. National Park Service entstanden im Folgenden Panoramen für die Nationalparks Cascades, Yosemite, Yellowstone sowie Denali (Alaska). Daneben schuf er Poster, fantastisch anmutende Ölgemälde („Meditation“, 1948; „Die große Zerstörung“, 1973) und Zeichnungen, v. a. Landschaften. Berann hinterließ ein beeindruckendes Erbe in der Kunst der Landschaftsdarstellung. Seine Werke finden nach wie vor Anerkennung und dienen als wichtige historische Aufzeichnungen von natürlichen und kulturellen Wahrzeichen auf der ganzen Welt. Seine Hingabe und sein Talent machten ihn zu einem der bedeutendsten Kartografen seiner Zeit. Dabei liegt die besondere Leistung seines Werks in der Perfektion des ganz eigenen „ikonischen“ Stils. Die künstlerische, aber dabei nutzerzentrierte Darstellung ordnet Aspekte wie Genauigkeit und Vollständigkeit ästhetischen und anschaulichen Gesichtspunkten unter. Dadurch werden Landschaftselemente vereinfacht, verschoben, betont, geglättet und generell dem harmonischen Gesamtkontext verpflichtet. Beranns Karten zeichnen sich durch ihre detaillierten Reliefdarstellungen, anschaulichen topografischen Informationen und lebendigen Farben aus. Er wurde 1946 Mitglied der Tiroler Künstlerschaft sowie 1990 Ehrenmitglied der Gustinus Ambrosi-Gesellschaft. 1973 erhielt er den Berufstitel Professor, 1983 das Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck und 1990 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

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