Joachim Josef, Violin-Künstler und -Pädagoge. * Kittsee (Burgenland), 28. 6. 1831; † Berlin, 15. 8. 1907. Gatte der Vorigen. 1836–40 Schüler von S. Serwaczyński in Pest, anschließend bei G. Hellmesberger d. Ä. (s. d.) und J. Böhm (s. d.) in Wien und ab 1843 in Leipzig, wo F. Mendelssohn ihn förderte. Schon während dieser Zeit begann er eine intensive Konzerttätigkeit, die ihn durch alle Länder Europas führte. 1849 nahm er die Konzertmeisterstelle in Weimar an, stand einige Zeit dem Lisztschen Kreis nahe und ging 1853 nach Hannover, wo er sich 1863 mit A. Schneeweiß vermählte. Seit 1866 leitete er die neugegründete Lehranstalt für ausübende Tonkunst in Berlin und stellte hier sein berühmtes Quartett zusammen. Cambridge, Glasgow, Oxford und Göttingen bereiteten ihm akad. Ehrungen, u. a. Ritter des preuß. Ordens Pour le mérite. J. Brahms (s. d.), R. und Cl. Schumann, Ph. Spitta, H. v. Herzogenberg (s. d.), F. A. v. Kaulbach, A. v. Menzel zählten zu seinem engsten Freundeskreis.