Pauliny Jakob Josef, Ps. Schulz, Kartograph. * Tyrnau (Trnava, Slowakei), 21. 7. 1827; † Wien, 11. 6. 1899. Wurde 1845 zum LandwehrIR 60 assentiert und dem Militärgeograph. Inst. (1848 der topograph. Abt.) zugeteilt, in dessen Beamtenstand er 1850 übernommen wurde. P. diente bis 1848 als Zeichner bei der Reduktionsabt. der Militär-Mappierungs-Dion. in Prag, nahm an der Übungsmappierung der Prager Umgebung teil und besuchte 1846/47 die Akad. der bildenden Künste in Prag. 1855 reiste P. als Bevollmächtigter des Militärgeograph. Inst. nach Paris, um die Teilnahme des Inst. an der Weltausst. vorzubereiten und auf dem Gebiet der Photographie, Lithographie und Photolithographie Informationen zu sammeln. Nach abermaliger kurzer Verwendung im Militärgeograph. Inst. stand er 1867–71 der topograph., lithograph. und Pressenabt. der Staatsdruckerei in Kairo vor, kehrte dann wieder an das Militärgeograph. Inst. zurück und wurde 1881 Abt.Vorstand 2. K1; 1889 i. R. P., weitgereist und sprachenkundig, war ein ausgezeichneter Freihandzeichner, Topograph und Lithograph, betätigte sich daneben aber auch als Aquarell- und Ölmaler, Medailleur und Formgießer und führte Radierungen in Kupfer, Stahl und Zink durch. P.s Wirken fand vielfache Anerkennung, so durch die Akad. der Wiss. für seinen Anteil am topograph.-plast. Atlas der Schweiz, für die Reliefkarte des Salzkammergutes und für die Zeichnung und Überarbeitung des Terrains der Forstkarte von Ischl. Er arbeitete u. a. auch für das Handelsmin, und die Verlage Stieler, Sydow und Artaria. Seine Darstellung des Bodenreliefs nach dem Grundsatze der einseitigen, schiefen Beleuchtung durch zweifärbige Höhenlinien, ohne Schraffen und Schummerung, bot wesentlich mehr Plastizität als die herkömmlichen Methoden, fand aber wegen Schwierigkeiten in der Vervielfältigung und der hohen Herstellungskosten weniger Anklang.