Pineles Stanislaus, Jurist. * Sanok (Galizien), 15. 7. 1857; † Wien, 30. 6. 1921. Sohn eines Bauunternehmers; stud. an den Univ. Wien (1875–79) und Heidelberg (1876) Jus, 1887 Dr. jur.; 1889 Advokaturskandidat, 1891 Priv.Doz. für röm. Recht an der Univ. Wien. Gestützt auf Leibniz’ Idee einer universalen Rechtsgeschichte und Montesquieus „Vom Geist der Gesetze“, sah P. in der Rechtsvergleichung einen unentbehrlichen Tl. der Rechtsgeschichte. Er entwickelte eine Methode der systemat. Nebeneinanderstellung der möglichen Lösungen diverser Probleme durch verschiedene Rechtssysteme und der Untersuchung der wirtschaftlichen, soziolog. und psycholog. Ursachen des Unterschiedes. Er wandte diese Methode auf die röm. Rechtsgeschichte an, die sich nicht nur auf die röm. Quellen beschränken dürfe, sondern auch andere Rechtssysteme zum Vergleich heranziehen müsse. In seiner Arbeit über die Communio pro diviso, d. i. Miteigentum, bei dem die Teilhaber ein Recht an bestimmten Tle. der gemeinsamen Sache haben, z. B. das Stockwerkseigentum, verfocht P. gegenüber der herrschenden Rechtslehre die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung.