Redtenbacher Josef, Chemiker. * Kirchdorf a. d. Krems (OÖ), 12. 3. 1810; † Wien, 5. 3. 1870. Vater des Chirurgen und Internisten Leo R. (s. d.), Schwager und Cousin des Vorigen, Bruder des Zoologen Ludwig R. (s. d.); stud. 1827–32 Med. an der Univ. Wien, 1834 Dr. med. Wurde 1835 Ass. bei J. F. Frh. v. Jacquin (s. d.), 1838 Supplent der Chemie an der Univ. Wien, 1839 Prof. der chirurg. Vorbereitungswiss. in Salzburg, danach arbeitete er einige Zeit bei Rose (Berlin) und Liebig (Gießen). Ab 1840 o. Prof. der allg. und pharmazeut. Chemie an der Univ. Prag, verbesserte er dort wesentlich den chem. Unterricht. 1849 o. Prof. der allg. und pharmazeut. Chemie an der Univ. Wien. In seinen bedeutendsten Untersuchungen beschäftigte sich R. mit Fettsäuren und gewissen Abkömmlingen dieser Säuren sowie mit Galle und Cholsterin. Er bestimmte die Zusammensetzung der Stearinsäure, des Acroleins und der Acrylsäure, erkannte den Schwefelgehalt des Taurins etc. Gem. mit Liebig führte R. eine Atomgewichtsbestimmung des Kohlenstoffs durch. Weitere Arbeiten R.s betrafen Wasser- und Mineralanalysen. 1847 w. Mitgl. der Akad. der Wiss. in Wien.