Russ, Leander (1809-1864), Maler

Russ Leander, Maler. * Wien, 25. 11. 1809; † Wien-Rustendorf, 8. 3. 1864. Sohn des Vorigen; war zunächst Schüler seines Vaters, stud. 1823–28 an der Wr. Akad. der bildenden Künste bei Gsellhofer und Redl (beide s. d.); 1828 erhielt er den Gundelpreis. An den Ausst. der Akad. zu St. Anna nahm er 1828–39 und ab 1848 teil. 1833 begleitete R. den Diplomaten Gf. Prokesch v. Osten (s. d.) in den Orient, dann lebte er längere Zeit in München und Rom. 1848 wurde er Mitgl. der Akad. in Wien. R. malte vor allem Genreszenen und mittelalterliche Historienbilder, aber auch Porträts (in Aquarell). Seine für den Vormärz charakterist. Volksszenen finden sich in vielen Smlg., u. a. in der Graph. Smlg. Albertina und im Hist. Mus. der Stadt Wien. R.’ Schwester, die Malerin Klementine R. ( * Wien, 24. 9. 1804; † Wien, 18. 12. 1869), bevorzugte religiöse Themen.

W.: Erzh. Maximilian, Kurfürst von Köln, 1831 (Öl, Franzensburg,Laxenburg, NÖ); Kreuztragung, 1832, Zweispänner, 1842 (beide Zeichnungen, beide Hist. Mus. der Stadt Wien); Sturm der Türken auf die Löwelbastei in Wien 1683, 1837 (Öl, Österr. Galerie, Wien); Ansicht des Hafens von Beirut, 1842 (Aquarell, Graph. Smlg. Albertina, Wien); Ankunft eines Dampfers am Donaukanal in Wien, Verliebtes Paar auf dem Platz Am Hof, beide 1845, Brigittakirchtag, Südbahnzug mit Blick zum Wr. Wald, beide 1847 (alle Aquarelle, alle Hist. Mus. der Stadt Wien); Schlachtenbilder; hist. Darstellungen; Genrebilder; etc. – Klementine R. (Ausst.Daten): Die Himmelskgn. überreicht Jeanne d’Arc Schwert und Fahne, Madonna mit Kind, Christus erscheint der Hl. Magdalena, alle 1828; Illustrationen für Almanache und Taschenbücher; etc.
L.: Wr. Ztg. vom 16., Fremden-Bl. vom 21. 3. 1864; Amtsbl. der Stadt Wien vom 7. 3. 1964; Monatsbl. des Altertums-Ver. zu Wien 10, 1913, S. 180; W. Beetz, L. R. Ein Alt-Wr. Maler und Graphiker, in: Bergland 18, 1936, n. 9,S. 25 ff.; ADB; Bénézit; Nagler; Seubert; Thieme-Becker; Wurzbach; C. Bodenstein, 100 Jahre Kunstgeschichte Wiens 1788–1888, 1888, S. 162 f.; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh. 2/1, 1898; L. Hevesi, Österr. Kunst im 19. Jh. 1, 1903, S. 48 f.; A. Schaeffer, Die k. Gemälde-Galerie in Wien.Moderne Meister, Wien 1903, s. Reg. (Kat.); Aus den Tagebüchern des Gf. Prokesch v. Osten . . . 1830–34, hrsg. von A. Prokesch-Osten jun., 1909, s.Reg.; Das Jh. des Wr. Aquarells 1780–1880, Wien 1973, S. 156 (Kat.); H.Fuchs, Die österr. Maler des 19. Jh. 3, 1973, Erg.Bd. 2, 1979. – Klementine R.: Bénézit; Nagler; Thieme-Becker; Wurzbach (s. unter Russ Leander); C.Bodenstein, 100 Jahre Kunstgeschichte Wiens 1788–1888, 1888, S. 163 f.; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh. 2/1, 1898; Lex. der Frau 2, 1954; H. Fuchs, Die österr. Maler des 19. Jh. 3, 1973; H. Schöny, Wr. Künstler-Ahnen 2, 1975, S. 70.
(H. Schöny)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 333
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