Falkenhayn, Julius Gf. (1829-1899), Landeshauptmann und Minister

Falkenhayn Julius Graf, Staatsmann. * Wien, 20. 2. 1829; † Wien, 12. 1. 1899. Quittierte 1857 als Mjr. den Militärdienst und gründete in der Nähe von Ischl eine Papierfabrik, die er als unrentabel bald wieder aufgab. Er ließ sich dann in Linz nieder, wo er sich durch sein Wissen in Volkswirtschaft und Finanzwiss. einen guten Ruf erwarb. 1871 Landeshptm. von O.Ö. Durch Ministerpräs. Taaffe (s. d.) als Ackerbaumin. berufen, stand er 16 Jahre (Min. Taaffe 1879–93 und Min. Windischgrätz (s. d.) (1893–95) seinem Ressort als hochkonservativer Politiker vor. Zahlreiche Gesetze sind ihm zu verdanken: Kommassationsgesetz 1883, Gesetz über Höferecht 1889, Viehseuchengesetze 1880, 1882, 1892, Forstgesetznovellen zum Schutze der Wälder, die Einleitung zu den Landesgesetzen etc. Nach 1895 gehörte er als Abg. des Großgrundbesitzes dem äußersten rechten Flügel an. Als Badeni’s (s. d.) Kampf gegen die Obstruktion im Abgeordnetenhaus auf dem Höhepunkt war, brachte er den Vorschlag einer strafferen Geschäftsordnung – lex Falkenhayn – ein, der zwar zunächst angenommen, dann jedoch fallen gelassen wurde, worauf er sich vom politischen Leben zurückzog.

L.: G. Kolmer, Parlament und Verfassung in Österreich, 6 Bde., 1902ff.; L. Brügel, Geschichte der österr. Sozialdemokratie, 1922; Czedik I, S. 383–386; Charmatz; F. Funder, Vom Gestern ins Heute, 1952; Biogr.Jb.; K.A. Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 1 (Lfg. 3, 1956), S. 285
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